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Corona und der Garten: Frühlingsanfang 2020

Habe ich genügend Unkraut?

Noch nie war ich so dankbar für meinen Garten!

Meine Freundin, die Nacktschnecke

Auch der Garten hat sich verändert. Als ich vor ein paar Tagen beginne, die Erde zu lockern, stoße ich auf ein Schnecken Gelege. Früher habe ich es jeder Schnecke persönlich übel genommen, durch meinen Garten zu kriechen und womöglich noch Eier abzulegen, an diesem Morgen bin ich fast erfreut: Ein vertrautes Problem! Alles, was vertraut ist, fühlt sich dieser Tage gut an, und sei es auch eine Nacktschnecke mit ihren Eiern. In der Hoffnung, noch mehr zu finden beginne ich jeden Stein um zu drehen. Unter einem Stein stoße ich auf einen Haufen Walnüsse und ein paar Eicheln. Ganz offensichtlich hat hier ein Eichhörnchen gehamstert. Warum nur muss ich beim Anblick dieser Eicheln an Klopapier denken? Schnell lege ich den Stein wieder zurück. Wenigstens hier im Garten wollen wir uns nicht die Vorräte streitig machen. Die jungen Eichen und Walnußbäume zu entfernen wird zwar mühsam werden, aber auch das Unkraut hat sich verändert. Eigentlich war ich immer froh, wenn möglichst wenig davon wächst, doch nun frage ich mich ängstlich: Habe ich genügend Unkraut, für eine Ausgangssperre? Ein Garten, in dem nichts mehr zu tun ist, wäre derzeit ein Alptraum.

 




Duften die Blumen noch?

Die letzten Tage war die Wettervorhersage die einzig gute Nachricht. Auch meine Clematis armandii hat sich gefreut. Sie blüht und duftet und die Bienen haben ihre Freude als wäre alles wie immer. Kann ich den Duft noch wahrnehmen? Geruchsverlust kann ein Anzeichen einer Corona-Infektion sein, so habe ich vor kurzen gelesen... (zum FAZ-Artikel, falls es Euch interessiert)  Musste ich nicht gerade husten? Nein, Entwarnung: Die Clematis duftet wunderbar. Und da ich das starke Bedürfnis nach Bewegung im Garten habe, bin ich wohl doch noch gesund.

 

Nie war der Salat besser

Mein Winterkopfsalat, im September ausgesät, hat sich prächtig entwickelt und ist jetzt erntereif. Feldsalat ist auch noch da. Diese Salate lassen sich zwar den ganzen Winter über ernten, aber jetzt, wenn sie mit dem Wachstum loslegen, schmecken sie so richtig nach Leben. Genau das, was ich jetzt brauche. Mit diesem kulinarischen Schatz im Garten kann ich die Schlacht in der Gemüseabteilung den anderen überlassen und mich beim Einkaufen ganz aufs Klopapier konzentrieren.

Gerade muss ich wieder an das Eichhörnchen denken.

 

Bleibt im Garten...

...haltet Abstand, und vergesst beim Händewaschen nicht den Daumen (den vergisst man wirklich leicht!). Ich freue mich auf den Tag, wo ich die Nacktschnecken wieder hasse und im Garten keinen Gedanken an Klopapier verschwenden werde... Da fällt mit ein: Ich habe nur noch zwei Pakete. Ich sollte diesen Artikel schnell beenden. Der Garten kann auch warten. Ich muss dringend einkaufen!

Falls Ihr Lesestoff für diese ruhigen Wochen sucht: Rezensionen meiner Lieblings-Gartenbücher

Wie ergeht es euch dieser Tage im Garten?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Tine (Donnerstag, 26 März 2020 08:19)

    Guten Morgen,
    Ich teile deine diesjährige Freude über die viele Arbeit um Garten absolut! Nie hat es mehr Spaß gemacht, sich im Garten zu vergraben... Ein Segen, wenn man so etwas sein eigen nennen kann und auch schon über genug Erfahrung verfügt, um mit genug Gemüse über den Frühling und Sommer rechnen zu können!
    Welche Sorte Winterkopfsalat baust du an? Gedeiht der mit Frostschutz im Freien oder lieber im kalten Gewächshaus? Ich habe „wintergardening“ von C. Dowding gelesen und will es dieses Jahr Schritte für Schritt umsetzen - die Jahre davor hat mich Ende des Sommers immer die Gartenmüdigkeit gepackt bzw hatte ich zu viel mit Einlagern, Saften und Haltbarmachen zu tun und das Unkraut hat seine Chance genutzt ;-)
    Liebe Grüße & frohes Gärtnern,
    Tine

  • #2

    Barbara (Sonntag, 29 März 2020 13:57)

    Hallo Tine,
    über den Winter baue ich schon länger den "Winterbutterkopf" an. Letzten Herbst habe ich dazu noch den "Roten Butterhäupel" ausgesät. Zumindest in diesem milden Winter konnte er sich gut behaupten. Ein Saltbeet habe ich mit einer Frühbeet Abdeckung bedeckt, das andere nur mit Gartenvlies. Unterm Frühbeet ernte ich seit Februar. Der Salat unter dem Vlies dürfte in zwei Wochen erntereif sein. Der Salat ist bei mir neben dem klassischen Wintergemüse das einzig, was in der kalten Jahreszeit gut wächst. Mit Radieschen und Karotten, die in diversen Winterbüchern empfohlen werden, klappt es nur in Einzelfällen.