Hochbeete

 Wer sich mit Gemüseanbau in der Stadt beschäftigt, landet ziemlich schnell bei den Hochbeeten. In der Tat scheint hier vieles ideal: Da Hochbeete mit Kompost oder speziellen Substraten gefüllt werden fällt die Ernte sehr hoch aus und ist unabhängig vom Untergrund. Durch die Höhe erhält das Beet meist mehr Sonne, und angenehmer ist das Arbeiten auch noch. Außerdem lassen sich auch die Seitenwände bepflanzen, was die Anbaufläche noch vergrößert. Doch jetzt kommt das große ABER: eine gute Hochbeet Größe wäre 1x2 m bei einer Höhe von 80 cm. Das bedeutet, wir brauchen 1,6 m³ Material zum füllen! Das klassische Hochbeet wird wie das Hügelbeet mit Gartenabfällen und Kompost gefüllt. 1,6 m³ sind eine riesige Menge, die in kleinen Gärten oft nicht vorhanden ist.
Als Alternative zum Kompost bietet sich eine Mischung aus 50 Prozent Gartenerde, 40 Prozent Blumenerde und 10 Prozent Sand an. Insgesamt müssen hier 160 Eimer Erde bewegt werden, die Hälfte davon, Blumenerde und Sand, muss von Auswärts herangeschafft werden. Außerdem müssen Hochbeete wesentlich häufiger gegossen werden. Geschenkt bekommt man die Ernte mit dem Hochbeet also nicht!

Eine mögliche Alternative ist das erhöhte Beet: Für das erhöhte Beet wird nur ein niedriger, 20 cm hoher Rahmen gebaut und mit fruchtbarer Erde gefüllt. Ist Kontakt zum Erdboden vorhanden, kann das Gemüse genau wie im normalen Gemüsebeet dazu erzogen werden, sich weitgehend selbst mit Wasser zu versorgen.
Für alle, die die Einleitung nicht abschreckt hat, hier nun die Anleitung zum Hochbeetbau:

Sehr gute Video Anleitung zum Bau eines Hochbeets. Die hier angegebenen Maße (Höhe 1m; Breite 1,5m) eignen sich aber nur für sehr große Menschen. Für die meisten wird eine Höhe von 80 cm und eine Breite einem Meter (max 1,2) besser geeignet sein.


Material

  • Holzbretter, 3 bis 5 cm dick
  • vier Eckposten 7x7 cm in der gewünschten Höhe, sind die Seitenbretter dünner als 5 cm sollte nach jedem Meter zusätzlich ein Stützpfosten angebracht werden.
  • ggf. Metallschuh für die Eckpfosten
  • passende Holzschrauben
  • Teichfolie
  • Drahtgitter
  • ggf. Kies
  • Akkubohrer, Säge, Zollstock, Tacker, Wasserwage

Wer ein Hochbeet baut, sollte sich als Material Lärchenholz gönnen, da es recht langlebig ist. Eine preiswerte Alternative wäre Fichte, allerdings hält ein Fichtenhochbeet nur wenige Jahre. Soll das Holz vorher behandelt werden? Zu dieser Frage gibt es unterschiedliche Meinungen: Meist wird empfohlen, ein Hochbeet mit einer umweltfreundliche Lasur zu behandeln, damit das Holz langlebiger ist. Andere halten dagegen, dass so die Feuchtigkeit immer noch in das Holz hinein kommt, aber nicht mehr verdunsten kann und das Holz so zu faulen beginnt. Lasur Befürworter behaupten allerdings, dass Holz auch unter der Lasur noch atmet. Einig sind sich aber alle, dass ein Hochbeet niemals lackiert werden soll, da es dann ziemlich sicher zu faulen beginnt. Für alle, die ihr Hochbeet mit einer Lasur schützen wollen noch ein Hinweis: Oft werden die für den Hochbeetbau geeigneten Bretter sägerau angeboten, was preiswerter ist und auch einen gewisses Hindernis für Schnecken darstellt. Diese rauen Bretter saugen aber wesentlich mehr Öl auf als glatt gehobelte. Man braucht also locker dreimal so viel Öl, als auf der Dose angegeben!

 

Vorbereitung

Zunächst werden die Maße des zukünftigen Hochbeets festgelegt. Damit das Beet bequem von beiden Seiten bearbeitet werden kann, hat sich eine Breite von 1 m bis 1,2 m bewährt. Die Länge kann beliebig gewählt werden. Die entsprechende Größe wird an Ort und Stelle auf dem Boden markiert. Soll das Hochbeet eine Hügelbeet-Füllung erhalten, muss der Boden an dieser Stelle 20 cm tief ausgehoben werden. Den Aushub zur Seite legen, er wird später für die Füllung benötigt. Manche Hochbeet-Anleitungen empfehlen, eine etwas größere Fläche auszuheben und die Grube mit Kies zu füllen. So haben die Beetwände keinen direkten Bodenkontakt, was die Lebensdauer erhöht.

Bau

Bei Verwendung von Metallschuhen werden diese jetzt in den Boden gerammt, anschließend werden die Eckpfosten befestigt. Danach wird rundherum je ein Seitenbrett befestigt. Wer das Beet mit der Hügelbeet-Füllung bestücken will muss jetzt den Boden zum Schutz vor Wühlmäusen mit einem Machendraht-Gitter auslegen. Das Gitter an den Wänden c. 20 cm hochziehen und und mit dem Tacker befestigen. Diese Schutzmaßnahme ist sehr wichtig! Hochbeet-Gärtner berichten, dass die Mäuse sonst ein schlimmeres Problem werden als die Schnecken!

Nun werden die Wände hochgezogen, d.h., alle Seitenbretter werden an die Eckposten geschraubt. Als letztes werden die Wände noch mit Folie ausgekleidet. Im Idealfall ist die Folie lebensmittelecht, zumindest sollte sie aber frei von Weichmachern sein.

Hügelbeet-Füllung

Die Hügelbeet-Füllung bietet dem Gärtner viele Vorteile: Zum einen verrottet die Füllung langsam und setzt dabei Nährstoffe frei, so dass das Hochbeet in den ersten zwei bis drei Jahren keine zusätzliche Düngung braucht. Durch den Verrottungsprozess entsteht außerdem auch Wärme. So wächst das Gemüse besonders im Frühling und im Herbst zügiger, was vor allem in kühleren Regionen von Vorteil ist. 

Die Füllung ist folgendermaßen aufgebaut:

  • 40 cm kleine Äste
  • 10 cm Grasnarben, Stroh oder gemischte Gartenabfälle
  • 15 cm feuchtes Laub
  • 10 cm halb verrotteter Kompost
  • 20 cm Gartenerde, vermischt mit 20 % reifem Kompost (oder torffreier Blumenerde)

Wer die Grube mit Kies gefüllt hat, reduziert die Schicht mit den kleinen Ästen. Sowohl die Wärme als auch die Nährstoffversorgung lassen mit den Jahren nach. Nach sechs Jahren muss das Beet entweder neu befüllt werden, oder es wird wie ein ganz normales Beet mit Kompost und Dünger versorgt.

Das Füllen eines Hochbeets ist, wie im Video zu sehen, wirklich sehr einfach!


Gekaufte Füllung

Wer keine Gartenabfälle in ausreichender Menge zur Verfügung hat, kann sich auch Material zur Füllung kaufen. Der Vorteil der eingebauten Düngung und Wärme entfällt dann, aber dafür tritt auch kein Problem mit Wühlmäusen auf. Da auch die gekaufte Füllung sehr locker und humusreich ist, kann das Beet dicht bepflanzt werden und wird bei ausreichender Düngung gute Erträge liefern. Eine mögliche Füllung:

  • 45% Oberboden aus dem Garten
  • 45 % Kompost von kommunalen Sammelstellen oder torffreie Blumenerde
  • 10 % Sand

Da der Kompost möglicherweise sehr nährstoffreich ist bzw. die Blumenerde meist gedüngt ist, sollte man mit zusätzlicher Düngung bei der ersten Bepflanzung vorsichtig sein.

 

Bepflanzung

Egal für welche Füllung man sich entscheidet, immer ist der Boden sehr schön locker, so dass das Beet dicht bepflanzt werden kann, wie bei Tiefenkultur angegeben. Damit sich das Beet an den Seitenwänden durch die Sonneneinstrahlung nicht zu sehr erhitzt, sollte das Hochbeet besonders an der Südseite mit rankendem Gemüse bepflanzt werden. Gut geeignet sind Gurke, Zucchini oder Kapuzinerkresse.

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Kommentare: 1
  • #1

    Julia (Montag, 16 Oktober 2017 11:38)

    Hallo, ich finde Deine Seite klasse und habe schon fast alles gelesen.
    Im 1. Gartenjahr habe ich ein ganz einfaches Hügelbeet ohne Kompost oder ähnlichem, nur Lehmboden bepflanzt. Super waren Kartoffeln und Steckzwiebeln.
    Radieschen wurden riesig aber waren so scharf, dass wir sie nicht essen konnten.
    Nächstes Jahr gibts zusätzlich Knoblauch.
    Die Erdbeeren waren nix. Da besorge ich gerade dauertragende mit angeblich tollem Aroma für Tontöpfe. Petersilie brauche ich viel, da habe ich Töpfe im Supermarkt gekauft und ausgepflanzt.
    Dill sähe ich auch 2018 aus und ein Himbeer/Brombeerbeet lege ich an.
    Außerdem 2 Tontöpfe mit saurer Erde und Heidelbeeren.
    Ich werde auch Gemüse und Blumen im Beet mischen, zb Calendula.
    Zwei Johannisbeeren ziehe ich als V-Spalier mit 3 Trieben. Ein Experiment.

    Lg Julia