Hochbeete bepflanzen

Hochbeete, die mit verschiedenen Schichten befüllt sind (s. "Hügelbeet-Füllung") veralten sich anders als normale Bodenbeete und müssen deshalb auch anders bepflanzt werden.

 


Gut zu wissen

Folgende Themen werden in diesem Artikel als Wissen vorausgesetzt:

Bepflanzen: Die wichtigsten Pflanzregeln für gesundes Gemüse gelten auch im Hochbeet.

Gemüse A-Z: Hier erfährst du alles über die einzelnen Gemüsearten. Die meisten Pflegemaßnahmen sollten auch im Hochbeet beachtet werden.

 

Unterschiede zwischen Hochbeet und Bodenbeet

Hoher Nährstoffgehalt

Durch die Verrottungsprozesse im inneren eines Hochbeets werden viele Nährstoffe freigesetzt - zu viel für die bescheidenen Vertreter unter den Gemüsearten.  Diese sogenannten Mittel- und Schwachzehrer legen in einem frisch angelegten Hochbeet ein gigantisches Wachstum hin. Das ist zwar sehr beeindruckend, geht aber auf Kosten des Geschmacks. Derart überdüngtes Gemüse schmeckt wie schlechte Supermarktware. Besondere Vorsicht gilt für Gemüse mit dünnen Blättern, also Salat, Spinat und Mangold. Sie lagern bei Überdüngung Nitrat in ihren Blättern an und sind dann sogar gesundheitsschädlich.

 

Tiefgründig gelockerte Böden

Hochbeete verfügen über tiefgründig lockere Böden. Hier kann das Gemüse seine Wurzeln in die Tiefe schicken und braucht in der Breite weniger Platz. So können viele Gemüsearten enger beieinander stehen als auf Samentüten oder in Gartenbüchern angegeben. In den Gemüse- Portraits unter Gemüse A-Z sind die Pflanzabstände für Hochbeete angegeben.

 

Wärme

Durch die Verrottung im Innern erwärmt sich das Hochbeet. Deshalb kannst du etwa zwei Wochen  früher mit dem Gemüseanbau beginnen. 

 

Beispiele für die Hochbeet Bepflanzung

Das erste und zweite Jahr

Vorab noch einmal die wichtigste Regel: Kein Spinat und kein Salat in den ersten beiden Jahren!

Am besten geeignet sind die Starkzehrer, also Fruchtgemüse wie Zucchini, Gurken, Paprika oder Tomaten und Kohlgemüse, die alle einen sehr hohen Nährstoffbedarf haben. Grundsätzlich ist es natürlich erstrebenswert, auch die Regeln der Mischkultur zu beachten. Dann haben wir im  frisch angelegten Hochbeet nur eine Möglichkeit: Kohl mit Tomaten. Das sind die einzigen Starkzehrer, die sich wirklich gern haben. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass unter den Idealbedingungen im Hochbeet auch weniger ideale Kombinationen gut funktionieren, bei mir Gurke mit Paprika.

 

Mein Hochbeet im ersten Jahr

  Mai September
Reihe 1 Paprika Sprossbrokkoli
Reihe 2 Chilli Frühjahrsspitzkohl
Reihe 3 Gurken Zierkohl

Frühjahr:

Die typischen Frühjahrsgemüse wie Radieschen oder Pflücksalat sind nicht für ein frisch angelegtes Hochbeet geeignet, daher keine Frühjahrs Bepflanzung.

 

Sommer:

Beispiel für ein 1m x 2 m großes Hochbeet. Das Hochbeet ist mit drei jeweils zwei Meter langen Reihen bepflanzt.  Die Gurken wachsen über die sonnen-seitige Wand herunter. Paprika wachsen recht hoch und müssen nach hinten, damit sie keine Schatten auf die anderen Gemüse werfen.

Anfang Juli ziehe ich den Kohl in Anzuchtschalen vor. Ggf. muss der Kohl noch mal in größere Töpfe umgepflanzt werden.

 

Herbst:

Im September neigt sich die Erntezeit langsam dem Ende entgegen. Paprika, Gurken und Chilli werden entfernt, dafür zieht der vorgezognen Kohl ins Beet ein. Auf die üblichen Wintergemüse - Feldsalat und Spinat - habe ich wegen des hohen Nährstoffgehalts verzichten. Besser geeignet sind Kohlgemüse. Ein echter Geheimtipp ist der Zierkohl: von ihm können den ganzen Winter über wie bei Pflücksalat  immer wieder die äußeren Blätter geerntet werden. Ganz wichtig: gekaufte Zierkohlpflanzen sind meist als Deko vorgesehen und könnten deshalb mit Schadstoffen belastet sein. Im Zweifelsfall also lieber selbst aussäen.

Andere Kohlarten, wie z.B der Sprossbrokkoli und Frühjahrskohl werden im Herbst gepflanzt, wachsen über Winter langsam weiter und liefern schon zeitig im März/ April eine Ernte.

 

Weniger gut: Mein zweites Hochbeet habe ich im ersten Jahr mit Lauch (Starkzehrer), Karotten, Rote Beet und Pastinaken (Mittelzehrer) bepflanzt. Ich konnte es nicht lassen und habe wie in meinen normalen Bodenbeeten zwischen die Möhren noch Radieschen (Schwachzehrer) gesät. Ergebnis: Nach drei Wochen hatte ich gigantische, Golfballgroße Riesenradieschen, nach acht Wochen Tennisballgroße Rote Beete Knollen. In meinen Bodenbeeten braucht es dafür mehr als doppelt so lang. Die Gemüse waren sehr zart und saftig, geschmacklich aber langweilig. Richtig wohl gefühlt hat sich nur der Lauch. Alle anderen Gemüse haben extrem viel Blattmasse entwickelt und sich so gegenseitig behindert. Ich hätte also nicht mit geringerem, sondern mit größerem Abstand aussäen müssen.

 

Ab dem dritten Jahr...

...kannst du nicht mehr viel falsch machen. Starkzehrer brauchen jetzt wie im normalen Beet eine zusätzliche Düngung. Mittelzehrer fühlen sich jetzt richtig wohl und wachsen gut ohne zusätzliche Nährstoffe. Auch Salat,Spinat und Mangold sind jetzt erlaubt. Schwachzehrer wie Radieschen und Asia Salat können gut zwischen Gemüse mit höherem Nährstoffbedarf wachsen. Die hungrigen Gemüsearten lassen den Schwachzehrern dann nicht mehr viele Nährstoffe übrig.

 

Beispiel für die Hochbeetbepflanzung ab dem 3.Jahr

  Jan. Feb./ März April Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.
1     Salat und  Rettich/Radieschen Rote Beete            
3     Möhre                  
5     Kohlrabi    Tomate mit Basilikum        Spinat      

Februar/März:

Die Aussaat kann beginnen, sobald der Boden sich auf ca. 6 C°erwärmt hat. Mit Vlies oder einer Frühbeetabdeckung kann das je nach Wetter schon Ende Februar der Fall sein.

 

Das hintere Drittel des Beets, also bei den meisten Beeten ca. 33cm, gehören Salat und Rettich oder Radieschen. Bei der Bepflanzung gibt es viele Möglichkeiten:

Mit 10 cm Abstand vom hinteren Rand eine Reihe Salat aussäen (oder Jungpflanzen setzen) mit 20 cm Abstand untereinander. In die  nächste Reihe kommt Rettich, sie beginnt 25 cm vom hinteren Rand gemessen. Rettich und Salat werden etwa zur gleichen Zeit erntereif sein - je nach Wetter nach 8 bis 12 Wochen - und müssen beide innerhalb von 2 bis 3 Wochen geerntet werden. Du hast also viel Gemüse auf einmal. Alternative: setze eine Reihe Salat wie beschrieben. In die zweite Reihe kommen Radieschen. Sie sind schon nach drei bis sechs Wochen erntereif. Auf den frei werdenden Platz kann noch einmal Salat gesät oder gepflanzt werden. Da die Salatreihen nur 15 cm auseinander liegen, 20 cm wären ideal, sollte die zweite Salat Reihe mittig versetzt (Schachbrettmuster) zur ersten Reihe angelegt werden. Wenn die zweite Reihe ihre volle Größe erreicht hat, ist die erste Reihe auch schon abgeerntet.

 

Ins Mittlere Drittel kommen Möhren. Abstand in der Reihe 5 cm, zwischen den Reihen 10 cm. Jeweils zwischen zwei Möhren kannst du noch ein Radieschen säen. Die Möhren brauchen ca. 3 Wochen bis zur Keimung, bis sie dann mit ihrem Wachstum richtig loslegen sind die Radieschen schon abgeerntet.

 

Im vorderen Drittel wächst Kohlrabi. Der Kohlrabi braucht 15 cm Abstand in alle Richtungen.

 

Ab Mai/Juni

Im hinteren Drittel wird auf die frei werdenden Plätze Rote Beete ausgesät. Ich säe sehr eng mit 10 cm Abstand in alle Richtungen. So gehen sich drei Reihen aus. Die mittlere ernte ich zuerst, als Babygemüse. Dann können sie in den anderen Reihen schöne, dicke Knollen entwickeln. Mit einer dicken Strohschicht als Winterschutz kann die Rote Beete noch lange auf dem Beet stehen bleiben und bis in den Winter hinein geerntet werden.

 

In der Mitte können nun die ersten Babykarotten geerntet werden. Auch Karotten ziehe ich gleichmäßig verteilt aus der Erde, so dass die verbleibenden Möhren viel Platz haben um groß und dick zu werden. Wie die Rote Beete können Möhren mit einer Mulchdecke aus Stroh bis in den Winter hinein auf dem Beet bleiben.

 

Im vorderen Drittel räumt der Kohlrabi langsam das Beet. Dafür ziehen vorgezogene Tomatenpflanzen ein. Der Abstand richtet sich danach, welche Tomaten du pflanzt: Kleine Ampeltomaten brauchen 30 cm Abstand untereinander, Strauchtomaten 50cm. Dazwischen kann noch Basilikum wachsen. Für die hungrigen Tomaten reichen Nährstoffvorräte nicht mehr aus, sie die  brauchen zusätzliche Dünger: z.B. ein Eimer Kompost und eine Handvoll Hornspähne gleichmäßig an alle Tomaten verteilen.

 

Ende August/Anfang September

Rote Beete und Karotten bleiben stehen. Sobald mit Minustemperaturen zu rechnen ist, brauchen sie eine dicke, warme  Mulchschicht z.B aus Stoh. Die Tomaten fallen Mitte/Ende August meist der Braunfäule zum Opfer. Am frei werdenden Platz kannst du Spinat säen. Damit du im Herbst noch eine ordentliche Spinat Ernte einfahren kannst, muss der Spinat Mitte/Ende August ausgesät sein. Wenn sich die Tomaten zu dieser Zeit noch guter Gesundheit erfreuen, kann der Spinat in Saatschalen vorgezogen werden. Kranke Tomaten würde ich entfernen und dann den Spinat an Ort und Stelle aussäen.

 

Nach vier Jahren...

...hast du vom Nährstoffgehalt her ein ganz normales Beet. Ganz klassisch wäre jetzt eine Bepflanzung mit Buschbohnen. Sie lagern in ihren Wurzeln Stickstoff an und düngen auf diese Weise das Beet schon für die nächste Saison. Allerdings: Bohnen wachsen überall sehr gut, der kostbare Platzt im Hochbeet ist mir dafür zu schade. Deshalb ziehe ich es vor, das Beet zu düngen und mit Gemüsearten zu bestücken, die von der lockeren Hochbeeterde besonders profitieren.