Dünger im Topfgarten

Im Topf spielt der Dünger eine weitaus wichtigere Rolle als im Garten. Denn in Gefäßen hat unser Gemüse keine Chance, selbst auf Nahrungssuche zu gehen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die drei Hauptnahrungsmittel - Stickstoff, Kalium und Phosphor - immer in ausreichendem Maß vorhanden sind!

Düngen in der Praxis

Hier allgemeines zum Thema Dünger.

Gemüse braucht zwei verschiedene Düngungen. In den ersten Wochen wächst es sehr langsam und braucht daher auch einen langsam wirkenden Dünger. In neu gekaufter Blumenerde ist dieser bereits erhalten. Nutzen wir die Erde seit längere Zeit, müssen wir vor jeder neuen Pflanzung wieder langsam wirkenden Dünger hinzu setzten, wie bei Erde aufbereiten beschrieben.  Nach einigen Wochen ist Schluss mit der Gemütlichkeit. Das Gemüse legt ein rasantes Wachstum hin, bildest Knollen oder Früchte. Nun will es mit schnell wirkendem Dünger versorgt werden. Gut geeignet ist dann ein biologischer Flüssigdünger. Hinweise zur Dosierung gibt es unter Gemüse A-Z auf den jeweiligen Topf-Seiten.

Langsam wirkende Dünger im Topf

Die erste Versorgung mit einem langsam wirkenden Dünger ist für ein gesundes Wachstum sehr wichtig!

Die alles entscheidende Frage lautet: Kompost haben, oder nicht haben.

Wenn wir unsere Töpfe regelmäßig mit Kompost versorgen, müssen wir hauptsächlich Stickstoff zusetzen. Dabei ist es egal, ob wir gekaufte oder selbst gemischte Erde verwenden. Geeignet sind die selben Zusätze wie im Garten.  Besser als Hornspäne eignet sich aber Hornmehl. Die groben Späne brauchen meist mehr Bodenleben, sprich mehr Platz, um Ihre Wirkung zu entfalten. Hier mehr zur Dosierung. Ein wichtiger Unterschied zum Garten: Nach ca. sechs Wochen muss  Flüssigdünger gegeben werden. Es sei denn, wir haben so große Gefäße, dass wir ähnliche Kompostmengen wie im Garten geben können (z.B. 20 Liter für eine Zucchini).

 

Selbst gemischte Erde und belebte Blumenerde, die nicht regelmäßig mit Kompost versorgt wird:

Haben wir unsere Blumenerde mit etwas Gartenerde oder Kompost angereichert, können wir von einem aktiven Bodenleben ausgehen. Das gleiche gilt natürlich für selbst gemischte Erde. Ohne eine regelmäßige Versorgung mit Kompost müssen wir beim Dünger aber etwas genauer hinsehen. So ist Hornmehl allein nicht geeignet, da es nur Stickstoff enthält. Mehr Erfolg versprechen Pferdemist- oder Schafwollpellets, die zusätzlich noch Kalium und Phosphor enthalten. Hier mehr zur Dosierung.

Außerdem bietet der Handel biologische Fertigdünger mit Langzeitwirkung an, die in ausgewogenem Verhältnis gemischt sind. Setzt nach ca. sechs Wochen das Frucht- und Knollenwachstum, müssen wir zusätzlich Flüssigdünger geben.

 

Gekaufte Erde, ohne Zusatz von Kompost oder Gartenerde...

Gekaufte Erde wird oft sterilisiert. In dem Fall müssen wir damit rechnen, dass organische Dünger (Hornmehl, Pferdemistpellets, Schafwolle) keine Wirkung zeigen! Zur Freisetzung der Wirkstoffe sind Mikrolebewesen erforderlich, die in steriler Erde fehlen. 

... und kleine Gefäße

In kleinen Gefäßen, z.B. Blumenkästen, wird es ebenfalls schwer mit dem belebten Boden, besonders wenn die Kästen sehr dicht bepflanzt erden.

In beiden fällen lohnt sich ein Versuch mit organischen Düngern. Wenn das Gemüse nicht gut gedeiht, bleibt uns nichts weiter übrig, als einen mineralischen Dünger zu verwenden. In diesem Fall bauen wir aber kein Biogemüse mehr an!

 

Das richtige Maß

Wie bei allen Dingen des täglichen Lebens so geht es auch beim Dünger darum, die richtige Balance zu finden. Leider sind genaue Angaben unmöglich, und ein zu viel an Dünger schadet genauso wie zu wenig. Wer mit den Mengenangaben beim düngen keinen Erfolg hat, kann sein Gemüse beobachten. Je nach Mangel- oder Überfluss Anzeichen entscheiden wir dann, wie wir düngen:

  • Stickstoff ist der wichtigste Bestandteil des Düngers. Er sorgt dafür, dass die grünen Teile der Pflanze gesund wachsen. Bei zu wenig Stickstoff wächst die Pflanze nur kümmerlich, die Blätter werden gelb. Zu viel Stickstoff sorgt für schnelles, ungesundes Wachstum: Das Gewebe ist schwammig, die Pflanze verliert ihre Standfestigkeit und wird außerdem krankheitsanfällig.
  • Kalium fördert vor allem die Wurzelbildung. Kalium Mangel führt zu gelben Rändern an den Blättern. Bei gravierendem Mangel sterben die Blätter ganz ab.  Überschuss führt zu schlechtem Wurzelwachstum.
  • Phosphor ist maßgeblich an der Blüten- und Fruchtbildung beteiligt. Bei Mangel färben sich die Blätter weinrot/bräunlich und die Pflanze setzt wenig Früchte an. Bei zu viel Phosphor wächst das Gemüse schlecht.

Leider ist gerade für unerfahrene Gärtner unmöglich zu sehen, ob eine Verfärbung von einer Krankheit her kommt oder von einem zuviel/ zuwenig an Dünger. Der weitaus häufigste Fehler ist aber eine Überdosierung von Stickstoff - und in dem Fall sind die entsprechenden Symptome leicht zu erkennen.