Samen und Jungpflanzen gießen

Wie viel Feuchtigkeit braucht frisch ausgesätes Gemüse?

Die Erde muss immer so feucht sein, wie ein ausgedrückter Schwamm! Leider ist es gar nicht so einfach, diesen Zustand über mehre Wochen zu halten.

 

Damit die Saat nicht austrocknet:

  Die ersten Tage nach der Aussaat

Frisch gesäte Samen brauchen Feuchtigkeit, und zwar ständig! Trockenet die Erde einmal komplett aus, sterben sie Keimlinge ab. Dann muss neu ausgesät werden! Zum Gießen eignen sich nur Kannen, die wir gut kontrollieren können, denn ein zu harter Wasserstrahl spült die Samen schnell weg. Ich habe für meine Jungpflanzen eine kleine Gießkanne, die nur einen Liter fasst. Weiter Tipps:

  • Am besten die Erde vor der Aussaat gießen. Sie soll bis in die untersten Schichten so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm, keinesfalls so nass wie ein Sumpf. Zu viel Nässe schadet genauso viel wie zu wenig!
  • Nach der Aussaat die Saatschale/Multitopfplatte mit der dazu gehörigen Abdeckung (=Minigewächshaus) bedecken.
  • Im Minigewächshaus reicht es, wenn wir alle zwei bis drei Tage die Erdoberfläche mit einer Blumenspritze besprühen.

Diese Methode funktioniert nur, wenn die Erde bei der Aussaat wirklich bis in die untersten Schichten feucht ist!  Wer keine Abdeckung hat, kann natürlich trotzdem mit der Blumenspritze "gießen". Da die Erde in diesem Fall aber wesentlich stärker austrocknet, muss meist zweimal am Tag gesprüht werden. 

Haben sich die ersten beiden Blätter, also die Keimblätter, entwickelt, nehme ich den Deckel ab - sonst wachsen die Pflanzen zu schnell und bilden schwaches Gewebe.

 

Jungpflanzen im Topf

Die Kunst des Gießens besteht von nun an darin, die Erde feucht, aber nicht zu nass zu halten. "Zu nass" bedeutet in der Regel, dass die Wurzeln regelrecht im Wasser schwimmen. Haben die Töpfchen Untersetzer, ist diese Staunässe leicht zu erkennen: Steht das Wasser einige Stunden nach dem Gießen noch im Untersetzer, haben wir zuviel des guten getan! In diesem Fall können wir das Wasser einfach aus dem Untersetzer kippen. Schwieriger ist es mit Saatschalen, die oft kein Wasserabzugsloch haben. Sichtbar wird das Zuviel an Wasser erst, wenn sich Pfützen auf der Oberfläche bilden. So weit sollte es aber gar nicht kommen! Besser: Wir gießen langsam und mit Gefühl und behalten dabei immer das Bild vom ausgedrückten Schwamm im Kopf.

 

Samen im Beet feucht halten

Auch im Beet müssen frisch gesäte Samen feucht gehalten werden. Frisch gekeimte Sämlinge sterben sofort ab, wenn sie einmal austrocknen. Wenn möglich, säe ich bei trübem Wetter. Kündigt der Wetterbericht leichten Regen in den nächsten Tagen an, umso besser. Dann ist für uns Gärtner weiter nichts zu tun.

Bei sonnigem oder heißen Wetter müssen wir selber für Feuchtigkeit sorgen. Mit meiner 1 Liter Gießkanne komme ich im Beet nicht weit. Hier verwende ich einen Gartenschlauch mit Brauseaufsatz. Damit lässt sich die Intensität des Wasserstrahls gut dosieren. Im Zweifelsfall lieber mit zu wenig Druck gießen. Ein zu harter Wasserstrahl spült die Samen schnell in die Tiefe, wo sie nicht mehr keimen. Um den Geißaufwand in Grenzen zu halten, können wir zusätzlich noch feuchte Jutesäcke auf das Saatbeet legen.

 

Hilfsmittel

Saatschalen mit Kapillarmatte

In einer Saatschale mit Wasserpeicher und Kapillarmatte ist das feucht halten besonders einfach. Das funktioniert so:

  • Die Behälterschale (4) wird mit Wasser gefüllt.
  • Das Haltegestell (3) kommt in diese Schale.
  • Die Kapillarmatte (2) liegt auf dem Haltegestell, nur ein Ende der Matte hängt in der Behälterschale. Auf diese Weise saugt sich die Kapillarmatte mit Wasser voll.
  • In die Gewächsschale kommt die (Aussaat-)Erde.

Der Clou: Die feuchte Matte versorgt die Gewächsschale von unten mit Feuchtigkeit, ohne das die Schale direkt im Wasser steht. Der ideale Feutigkeitszustand "ausgedrückter Schwamm" entsteht so ganz automatisch. Noch besser: Dieser Zustand hält an, solange Wasser in der Schale ist. Das Wasser reicht in der Regel etwa eine Woche. Das ständige dran denken müssen entfällt also auch, sogar ein paar Tage Urlaub sind möglich!

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Mit dieser Saatschale mit Wasserspeicher habe ich gute Erfahrung gemacht. Was mir besonders gefällt:  sie ist nur etwas größer als ein DinA 4 Blatt und somit gut für die Anbaumende eines kleinen Gartens geeignet. Ich nutzte sie seit mehreren Jahren und die Schale ist noch vollkommen in Ordnung, nur die Kapillarmatte muss nach zwei bis drei Jahren ausgetauscht werden.


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