Samen und Jungpflanzen gießen

 

 Die ersten Tage nach der Aussaat

Frisch gesäte Samen brauchen Feuchtigkeit, und zwar ständig! Trockenen die Erde einmal komplett aus, sterben sie Keimlinge ab. Dann muss neu ausgesät werden! Zum Gießen eignen sich nur Kannen, die wir gut kontrollieren können, denn ein zu harter Wasserstrahl spült die Samen schnell weg. Ich habe für meine Jungpflanzen eine kleine Gießkanne, die nur einen Liter fasst. Weiter Tipps:

  • Am besten die Erde vor der Aussaat gießen. Sie soll bis in die untersten Schichten so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm, keinesfalls so nass wie ein Sumpf. Zu viel Nässe schadet genauso viel wie zu wenig!
  • Nach der Aussaat die Saatschale/Multitopfplatte mit der dazu gehörigen Abdeckung (=Minigewächshaus) bedecken.
  • Im Minigewächshaus reicht es, wenn wir alle zwei bis drei Tage die Erdoberfläche mit einer Blumenspritze besprühen.

Diese Methode funktioniert nur, wenn die Erde bei der Aussaat wirklich bis in die untersten Schichten feucht ist!  Wer keine Abdeckung hat, kann natürlich trotzdem mit der Blumenspritze "gießen". Da die Erde in diesem Fall aber wesentlich stärker austrocknet muss meist zweimal am Tag gesprüht werden. 

Haben sich die ersten beiden Blätter, also die Keimblätter, entwickelt, nehme ich den Deckel ab - sonst wachsen die Pflanzen zu schnell und bilden schwaches Gewebe.

 

Jungpflanzen im Topf

Die Kunst des Gießens besteht von nun an darin, die Erde feucht, aber nicht zu nass zu halten. "Zu nass" bedeutet in der Regel, dass die Wurzeln regelrecht im Wasser schwimmen. Haben die Töpfchen Untersetzer, ist diese Staunässe leicht zu erkennen: Steht das Wasser einige Stunden nach dem Gießen noch im Untersetzer, haben wir zuviel des guten getan! In diesem Fall können wir das Wasser einfach aus dem Untersetzer kippen. Schwieriger ist es mit Saatschalen, die oft kein Wasserabzugsloch haben. Sichtbar wird das Zuviel an Wasser erst, wenn sich Pfützen auf der Oberfläche bilden. So weit sollte es aber gar nicht kommen! Besser: Wir gießen langsam und mit Gefühl und behalten dabei immer das Bild vom ausgedrückten Schwamm im Kopf.

 

Samen im Beet feucht halten

Auch im Beet müssen frisch gesäte Samen feucht gehalten werden. Frisch gekeimte Sämlinge sterben sofort ab, wenn sie einmal austrocknen. Wenn möglich, säe ich bei trübem Wetter. Kündigt der Wetterbericht leichten Regen in den nächsten Tagen an, umso besser. Dann ist für uns Gärtner weiter nichts zu tun.

Bei sonnigem oder heißen Wetter müssen wir selber für Feuchtigkeit sorgen. Mit meiner 1 Liter Gießkanne komme ich im Beet nicht weit. Hier verwende ich einen Gartenschlauch mit Brauseaufsatz. Damit lässt sich die Intensität des Wasserstrahls gut dosieren. Im Zweifelsfall lieber mit zu wenig Druck gießen. Ein zu harter Wasserstrahl spült die Samen schnell in die Tiefe, wo sie nicht mehr keimen. Um den Geißaufwand in Grenzen zu halten, können wir zusätzlich noch feuchte Jutesäcke auf das Saatbeet legen.