Pflanzen und Pflegen

Im Prinzip gelten für Kästen und Kübel die gleichen Regeln wie im Garten. Allerdings gibt es einige Feinheiten zu beachten.

Pflanzen

Da gute Topferde sehr humos und sehr fruchtbar ist, kann Gemüse in Gefäßen mit geringem Abstand gepflanzt werden. Details unter Gemüse A-Z.

Mischkultur und Fruchtwechsel

Auch in Töpfen gedeiht Gemüse wesentlich besser, wenn die Regeln der Mischkultur beachtet werden. Ganz wichtig: Auf derart engem Raum sollten negative Kombinationen unbedingt vermieden werden! Wird die Topferde mehrere Jahre verwendet, wandern die Gemüsefamilien im Idealfall jedes Jahr einen Topf weiter, genau wie beim Fruchtwechsel im Beet. Allerdings sind die Folgen von fehlendem Fruchtwechsel im Topf weniger gravierend: Tritt eine Krankheit auf, z.B. Kohlhernie bei Kreuzblütlern, kann die Erde einfach ausgetauscht werden.

Gießen

Nichts ist für Pflanzen so wichtig wie die richtige Menge an Wasser!

  • Die Töpfe sollten durchdringend gegossen werden. Das bedeutet: Wir gießen so lange, bis auch die unteren Erdschichten gut durchfeuchtet sind.
  • Gleichzeitig darf keine Staunässe entstehen: Steht einige Stunden nach dem Gießen noch Wasser im Untersetzer, haben wir des guten zu viel getan. Haben die Töpfe kein Abzugsloch (nicht epfehlenswert!), bilden sich bei zu viel Wasser Pfützen auf der Erdoberfläche.
  • Selbst wenn die Gefäße unter freiem Himmel stehen erreicht Regenwasser Töpfe viel schlechter als Beete. Oft müssen wir den Topfgarten auch an Regentagen wässern. Ausnahme: Kleinblättriges Gemüse in großen Kisten, z.B. Zwiebeln oder Radieschen in Obstkisten. Eine Zucchini dagegen, die mit ihren großen Blättern den ganzen Topf abschirmt, ist ganz auf uns angewiesen.
  • Vor dem Gießen sollten wir immer testen, ob unser Gemüse wirklich Wasser braucht. Zu viel Wasser schadet genauso wie zu wenig! Dafür schauen wir, wie die Erde in ca. vier cm Tiefe aussieht. Gießen müssen wir nur, wenn die Erde auch in dieser Tiefe trocken ist.

Dünger und Mulch

Mulchen ist im Topfgarten mindestens genauso wichtig wie im Garten. Die Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger in der Erde, so dass die Töpfe seltener gegossen werden müssen. Wer keinen Garten hat kann in der freien Natur Mulchmaterial sammeln. Außerdem bietet der Handel Mulchfolien u.ä. an. Besonders gute Erfahrung habe ich mit dem Schafwollflies gemacht. Es hält die Feuchtigkeit gut im Boden, lässt aber noch Regenwasser in die Töpfe. Nicht geeignet ist der allgegenwärtige Rindenmulch, da er für Gemüse zu viel Gerbstoffe besitzt.

Was den Dünger angeht, gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Wer in großen Gefäßen gärtnert und über Kompost verfügt, muss wie im Garten nur noch Stickstoff zusetzen. In diesem Fall sollte ein körniger Dünger, z.B. Hornmehl, verwendet werden. Diese Dünger werden relativ schnell zersetzt und geben so bald ihren Stickstoff frei. Grobe Dünger wie die Hornspähne brauchen meist mehr Bodenleben, sprich mehr Platz, um Ihre Wirkung zu entfalten.

Wer seine Topferde durch Zugabe von Gartenerde oder Kompost belebt hat, aber nicht regelmäßig mit Kompost nachdüngen kann, muss einen organischen Universaldünger verwenden, der neben Stickstoff auch noch Phosphor und Kalium erhält.

Wer keinen Zugang zu Gartenerde oder Kompost hat und deshalb in sterilisierter Erde gärtnert, muss damit rechnen, dass organische Dünger keine Wirkung zeigen, weil die erforderlichen Mikrolebewesen fehlen. Das gilt auch für zu kleine Gefäße. Einen Versuch ist es aber allemal wert. Zur Not muss mit einem mineralischen Dünger gearbeitet werden. In diesem Fall bauen wir aber kein Biogemüse mehr an!

 

Gartenalltag

Meine Gemüsekisten sind fast das ganze Jahr über bepflanzt. Im zeitigen Frühjahr säe ich Spinat und Radieshen aus, die ab Mitte April beerntet werden können. Mitte Mai sind die Lücken schon recht groß, so dass dann genügend Platz ist für die vorgezogenen Tomaten- und Paprikasetzlinge. Dann wird es auch Zeit für eine Mulchschicht. Im Frühjahr verwende ich gern Grasschnitt. Im Sommer bevorzuge ich dagegen ein Schafwollvlies, da so die Feuchtigkeit besser im Boden bleibt und sich der Gießaufwand deutlich reduziert. Mit den Tomaten und Paprika erhalten die Kästen auch ihre erste Düngung. Gute Erfahrung gemacht habe ich mit organischen Universaldünger. Da ich für die Kästen wegen der Schnecken keinen Kompost verwende, reichen Hornspäne allein nicht aus. Für die Kisten gönne ich mir die teuren Schafwollpellets, auch um den Gießaufwand zu reduzieren. Ende Juni dünge ich dann noch ein zweites Mahl, wieder mit einem organischen Universaldünger. Auf meinem Balkon wachsen hauptsächlich früh reifende Ampeltomaten, die Anfang bis Mitte September abgeerntet sind. Ihren Platz nehmen dann die Asia-Salate ein, die ich Ende August in Saatschalen vorgezogen habe. Bei den kühlen Herbst- und Wintertemperaturen können die Salate sehr lange beerntet werden, je nach Wetter bis in den Januar, manchmal sogar noch im Februar. Danach liegen die Kisten wenige Wochen brach, bis Anfang März Spinat und Radieschen gesät werden können.

Neben den Gemüsekisten stehen auch noch Erdbeerkisten auf meinem Balkon. Die Erdbeerpflanzen sind nach drei Jahren erschöpft und müssen ausgetauscht werden. Dann vertausche ich eine Erdbeerkiste mit einer Gemüsekiste, so ist für ein Minimum an Fruchtwechsel gesorgt.