Gemüse in Kästen und Kübeln

Kästen und Kübel, gefüllt mit Blumenerde, sind wahrscheinlich die einfachste Möglichkeit Gemüse anzubauen. Die Erde muss nicht mehr gezüchtet werden - hochwertige Blumenerde ist qualitativ so gut, dass unser Gemüse von selbst wächst. Außerdem lassen sich Kästen oft außerhalb der Reichweite von Nacktschnecken platzieren. Wer also schnell Erfolg ohne viel Aufwand sucht, ist mit Kästen gut bedient.

Aber auch für Gartenfans wie mich ist der mobile Garten eine sinnvolle Ergänzung: Manchmal eignet sich die Gartenerde trotz Aufpäppeln nicht für bestimmte Gemüsearten. Auch lassen sich besonders empfindliche Gemüse in Kästen leichter verwöhnen. Doch geschenkt bekommen wir die Ernte aus Töpfen auch nicht: Wir müssen zwar nicht so viel wissen, dafür aber umso mehr tun! Es reicht den Zucchini im Kasten nicht, wenn wir wissen, dass sie Wasser brauchen - wir müssen sie auch gießen, und zwar oft, sehr oft! Denn anders als im Garten können wir Gemüse im Topf nicht zu einer gewissen Eigenständigkeit erziehen.

Neben dem Gießen ist ähnlich wie im Garten guter Boden der Schlüssel zum Erfolg.

 

 

Bücher zum Thema Topfgarten

Für alle, die kreative Ideen suchen und sich intensiv mit dem Thema Topfgarten beschäftigen wollen, sind folgende Bücher empfehlenswert:

Kreative und platzsparende Ideen rund um den Topfgarten:

"Große Ernte auf kleinstem Raum".

Für alle, die auch im Topfgarten konsquent biologisch arbeiten möchten:

"Handbuch Biobalkongarten"

Ein hervorragendes Kapitel über Topfgärten findet sich in der Neuauflage von Marie-Luise Kreuters "Der Biogarten".


Gartenalltag

Zusätzlich zu meinem richtigen Garten betreibe ich auf meinem Balkon noch einen recht großen Topfgarten. Oder genauer: Einen Obstkistengarten. Fünf Obstkisten sind dauerhaft mit Erdbeeren belegt, weitere fünf Kisten bepflanze ich mit wechselndem Gemüse. Für meinen Kistengarten gab es unterschiedliche Gründe: Die Erdbeeren sind auch im Garten gut gewachsen, allerdings habe ich es nicht geschafft, sie ausreichend vor Schnecken zu schützen. Und während man ein abgefressenes Salatblatt einfach aussortiert, ist eine halb weg gefressene Erdbeere doch sehr unappetitlich. Außerdem sind Erdbeeren in Kisten sehr viel leichter zu pflegen: Zum einen wegen der angenehmen Arbeitshöhe, zum anderen aber auch, weil sich Erdbeeren, anders als der Name vermuten lässt, auf der Erde überhaupt nicht wohl fühlen. Bei Erdkontakt fangen sie sofort an zu schimmeln. Wesentlich wohler fühlen sie sich dagegen, wenn sie überhängend aus einem Kasten heraus wachen.

 

Für manche Gemüse, wie Gurke, Paprika und Artischocke, ist mein Garten mit fünf Stunden Sonne am Tag einfach nicht geeignet. Außerdem mögen Artischocken meinen lehmigen Gartenboden nicht. Auf dem Balkon mit acht Stunden Sonne und guter Erde gedeihen sie dagegen problemlos. Tomaten und Kräuter ziehe ich aus Faulheit. Beides wächst auch in meinem Garten, aber ich möchte nicht für jedes Basilikumblatt von meiner Wohnung im dritten Stock hinunter in den Garten gehen. Aus dem selben Grund wachsen meine Asia-Salte im Winter ausschließlich auf dem Balkon. Abgesehen vom Treppensteigen ist das Ernten im Garten bei der früh einsetzenden Dunkelheit im Winter kein Vergnügen.