Brokkoli - Aussaat, Anbau und Pflege

Anleitung zum Anbau von Brokkoli auf kleiner Fläche: Die Theorie

Schwierigkeit: Brokkoli selbst wächst einfach und bildet zuverlässig Röschen. Allerdings braucht er Schutz vor seinen zahlreiche Feinde, allen voran Kohlweißling und Kohlfliege. Somit ist der Anbau recht zeitintensiv.

Von der Aussaat zur Ernte: Brokkoli darf ins Beet, wenn kein strenger Frost mehr droht. Geringe Minusgrade verträgt er aber. Ab April setzt man Jungpflanzen oder sät direkt ins Beet. Die Ernte erfolgt dann Mitte/Ende Juni. Brokkoli, der zur gleichen Zeit gepflanzt wird, bildet auch zur gleichen Zeit seine Köpfe. Da das Erntefenster nur etwa zwei Wochen beträgt, sollte auch nur der Bedarf für zwei Wochen auf einmal gepflanzt werden. Moderne Sorten tragen nur einmal einen großen Kopf. Ältere Sorten bilden zwar einen etwas kleineren ersten Kopf, dafür entwickeln sich aber nach der ersten Ernte noch über mehrere Wochen Seitentriebe, so ist die Erntezeit bedeutend länger. mehr

Anbau von Brokkoli im eigenen Garten
Brokkoli
  • Familie: Kreutzblütler; Standort jährlich wechseln
  • Standort: sonnig
  • Nährstoffbedarf: Starkzehrer
  • Pflanzabstand: 50 cm nach allen Seiten
  • Pflege: normal; außerdem Schutz  vor Kohlweißling und Kohlfliege (wichtig!); gute Bodenpflege erforderlich; Anbaumethode beachten.
  • Schnecken: Jungpflanzen sind sehr beliebt.
  • Ernte: Ernten wenn er lecker aussieht; zuerst den großen Mitteltrieb abschneiden, danach bilden sich noch eine Zeit lang kleine Seitentriebe. Wird mit der Ernte zu lange gewartet, öffnen sich die Blüten.
  • Topfkultur: nicht empfehlenswert.

Hilfreiche Videos

Video (englisch) über den Werdegang von Brokkoli von der Aussaat zur Ernte. Gartenvokabeln

Ein hier zu Lande recht unbekannter Verwandter des Brokkoli: Der Sprouting Brokkoli. Er bildet keinen großen Mittelkopf, sondern nur Seitensprosse. Gut für kleine Gärten: Er lässt sich über sechs bis acht Wochen beernten.


Brokkoli im Garten-Alltag

Der braucht viel Liebe!

Im April pflanze ich drei gekaufte Brokkolisetzlinge ins Beet. Diese bekommen gleich bei Pflanzung einen Kohlkragen umgelegt.  Zeitgleich zur Pflanzung sähe ich Brokkoli aus. Zum Schutz vor der Kohlfliege erfolgt die Aussaat im Haus. Wenn die Sämlinge etwa 10 cm hoch sind pflanze ich die drei kräftigsten jeweils in ihren eigenen Topf um, stelle sie zum Abhärten nach draußen, natürlich mit Kohlkragen. Mitte Mai kommen die Jungpflanzen dann ins Beet. Die gekauften Jungpflanzen haben um diese Zeit bereits eine stattliche Größe erreicht, Mitte Juni sind die Haupttriebe meist schon erntereif. Sie reifen relativ zeitnah aus. Innerhalb von 14 Tagen gibt es drei mal Brokkoli. Der richtige Erntezeitpunkt darf nicht verpasst werden, sonst öffnen sich die Blüten und der Brokkoli wird ungenießbar. Nach der Haupternte erhält mein Brokkoli eine Nachdüngung mit Hornmehl. Fortan bilden sich zahlreiche Seitensprosse. Bis Mitte/Ende August können wir so etwa alle 10 Tage eine Brokkoli Mahlzeit ernten. Danach lässt der Ertrag langsam nach. Ab Anfang/Mitte August ist auch der nachträglich gesäte Brokkoli ernte reif. Wieder gibt es eine Haupternte und eine längere Nachernte.

Der Hauptfeind des Brokkoli ist der Kohlweißling. Er legt seine Eier auf den Kohlblättern ab. Irgendwann fangen die Raupen an, den Kohl langsam aber sicher abzufressen.  Gewöhnlich wird empfohlen, den Brokkoli mit einem Kulturschutz abzudecken. Das ist jedoch leichter gesagt als getan! Das Netz muss absolut dicht angebracht werden, was ich bisher noch nie geschafft habe. Oft eröffnet eine Windböe einen Durchgang, oder der starkwüchsige Brokkoli drückt das Netz selbst beiseite. Bei mir finden regelmäßig Massen an Fliegen und einige Kohlweißlinge den Weg unter das Netz - aber nicht mehr heraus. So bin ich mir nie sicher, ob das Netz nicht mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Versuchsweise habe ich meinen zweiten Satz Brokkoli in diesem Jahr nicht abgedeckt, sondern in Mischkultur mit Tomaten angebaut. Der Tomatengeruch hält angeblich den Kohlweißling fern. Am Anfang war der Brokkoli mit den Tomaten stärker von Raupen befallen als der unter dem Netz. Mit zunehmender Tomatengröße wurde der Befall aber deutlich geringer. Einem Brokkoli habe ich rechts und links je einen Topf mit Pfefferminzpflanzen zur Seite gestellt. Dieser Brokkoli war fast frei von Raupen. Die Mischkultur mit stark riechenden Pflanzen scheint also zu wirken, vorausgesetzt die Geruchspflanzen sind in ausreichender Zahl vorhanden. Was immer man vorbeugend zum Schutz vor Kohlweißlingen  unternimmt, der Brokkoli muss regelmäßig kontrolliert werden. D.h. Raupen einsammeln und die Unterseite der Blätter mit Seifenwasser abwaschen um Eier zu entfernen. Ich mache das etwa einmal im Monat.

Anbauwert: Recht zeitaufwendiges Gemüse, aber lecker.

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