Radieschen Anbau für Einsteiger

Wie Radieschen wachsen

Radieschen werden aus Samen gezogen. Aus jedem Samenkorn wächst ein Radieschen. Der essbare Teil, die Knolle, wächst unter der Erde. Im Frühjahr dauert es etwa sechs Wochen, bis aus dem Samenkorn ein erntereifes Radieschen mit ca. 1 cm Durchmesser herangewachsen ist. Ab dann können Radieschen laufend für den täglichen Bedarf geerntet werden. Etwa zwei Wochen später, bei einem Durchmesser von 1,5 bis 2 cm, beginnen Radieschen hohl und holzig zu werden. Deshalb werden sie in Sätzen gesät: Das bedeutet: wir säen nur so viele Radieschen aus, wie wir in ca. zwei Wochen verbrauchen. Sind die ausgesäten Radieschen zwei Wochen alt, säen wir erneut eine Portion für die nächsten zwei Wochen, u.s.w.

Anleitung zur Aussaat von Radieschen: Samentüten-Dolmetscher und mehr

Der richtige Zeitbunkt

Wann genau Radieschen gesät werden können, ist von Sorte zu Sorte verschieden. Es gibt Frühjahrssorten, Sommersorten und so genannte Ganzjahressorten. Der Zeitpunkt für die Aussaat ist immer auf den Samen Tüten angegeben. Wer sich das Gärtnerleben leicht machen will, sät Radieschen nur im März und im April. Spätere Aussaaten müssen viel gegossen werden und bilden eher Blüten als Knollen. Außerdem erwachen dann jede Menge Schädlinge aus dem Winterschlaf, und die Radieschen müssen so aufwendig geschützt werden wie der Brokkoli.  Auf den Samentütchen ist immer angegeben, ob es sich um ein Frühjahrs- oder Sommerradieschen handelt. Außerdem finden sich Angaben über die ideale Keimtemperatur sowie die Keimdauer. Steht auf dem Tütchen Aussaat Feb. bis April, Keimtemperatur 6 bis 20 C°, Keimdauer 6 bis 10 Tage, so bedeutet das:

  • Während der Keimzeit, im Fall des Radieschens ein bis zwei Wochen, sollte die Temperatur möglichst oft zwischen 6 und 20 C° liegen. 

Bei einer Keimtemperatur wie hier ab 6 C°, ist das Radieschen in den meisten Gegenden also bestens für die Aussaat im März oder April geeignet.

 

Platzbedarf

Je lockerer, humos- und nährstoffreicher die Erde, um so enger können die Radieschen beieinander stehen. Wer sein Beet einfach umgräbt - wie bei Oma im Gemüsegarten - wählt den normalen Abstand, wie auf der Samen Tüte angegeben, meist sind das 5cm in der Reihe und 15 cm zwischen den Reihen.

In einem Hoch- oder Tiefbeet ist der Boden viel lockerer, die Radieschen können leichter in die Tiefe wachsen. Hier könne wir mit 5 cm Abstand in alle Richtungen in versetzten Reihen aussäen.

Aussaat und Vereinzeln

Radieschen müssen direkt an Ort und Stelle gesät werden. Damit Radieschen nicht nur Blätter, sondern auch Knollen bilden, brauchen sie lockere Erde. Das Beimischen von Humos, wie im Video gezeigt, ist daher eine sehr gute Idee. Allerdings sollten Umweltbewusste Gärtner keinen Torf nehmen. Alternativen: Am besten ist natürlich reifer (!) Kompost aus eigener Herstellung. Wer den nicht hat, kann bei kommunalen Sammelstellen Kompost kaufen. Sehr gut geeignet sind sind auch Kokosfasern, die zu Briketts gepresst angeboten werden und sehr leicht zu transportieren sind. 

Für die Aussaat ca. 1 cm tiefe Rillen ziehen. Da nicht jedes Samenkorn aufgehen wird, nach Möglichkeit etwa alle 5 cm zwei Samenkörner in die Erde legen. 

Video über Bodenvorbereitung und Aussaat (englisch)

Gartenvokabeln

Video über das Ausdünnen von Radieschen (englisch)


In der Praxis ist eine so exakte Dosierung meist nicht möglich. Haben wir zu viel ausgesät, müssen Radieschen auf 5 cm vereinzelt werden. Das bedeutet, wir lassen im entsprechenden Abstand ein Radieschen stehen, alles andere wird wie beim Unkraut jäten entfernt. Ein guter Zeitpunkt für diese Vereinzeln ist zwei bis drei Wochen nach der Aussaat. 

 

Standort, Kulturdauer, Schädlinge

Alles weitere unter Radieschen

 

Wasser

Radieschen brauchen viel Wasser! Das Saatbeet sollte vor der Aussaat gut gewässert werden. Bei relativ kühlem Frühlingswetter reicht es, wenn die Radieschen zwei Mal pro Woche Wasser bekommen, entweder von uns oder durch den Regen. Dabei sollte die Erde immer so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm. Im Garten ist bei Aussaaten im zeitigen Frühjahr meist für ausreichend Feuchte gesorgt. Trockenen frisch gekeimte Sämlinge jedoch ganz aus, muss neu gesät werden. Ein harter Wasserstrahl wie aus dem Gartenschlauch ist zum Gießen ungünstig, da er die Samen tiefer in die Erde spülen kann. Besser geeignet ist ein Brauseaufsatz - gibt es sowohl für Gießkanne als auch für Gartenschlauch. Aber auch mit Aufsatz muss mit Fingerspitzengefühl und mit wenig Druck oder Schwung gegossen werden. Und immer bedenken: Zu viel Wasser schadet genauso viel wie zu wenig!