Tomaten (Paradeiser)- Aussaat, Anbau und Pflege

Anleitung zum Anbau von Tomaten auf kleiner Fläche: Die Theorie

Schwierigkeit: Tomaten wachsen und fruchten zunächst problemlos. Allerdings werden sie mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit im August von der Braunfäule befallen. Für eine längere Erntesaison müssen wir daher unbedingt Vorsorgemaßnahmen treffen.

Von der Aussaat zur Ernte: Tomaten dürfen erst nach draußen, wenn kein Frost mehr droht, normalerweise Mitte Mai. Wenn wir uns eigene Pflanzen aus Samen ziehen wollen, beginnt die Tomaten Saison aber schon im März. Die ersten Früchte gibt es bei frühen Sorten und gutem Wetter ab Ende Juni. Hier alles weitere rund um die Aussaat und weitere Details zu Tomaten allgemein.

Anbau von Tomaten im eigenen Garten
Tomaten
  • Familie: Nachtschattengewächs.
  • Standort: sonnig.
  • Nährstoffbedarf: Starkzehrer.
  • Pflanzabstand: 60 cm in alle Richtungen; bzw. 50 cm im Hoch- oder Tiefbeet.
  • Saattiefe: 0,5 bis 1 cm
  • Pflege: normal; benötigt unbedingt Schutz vor Kraut und Brunfäule; gute Bodenpflege erforderlich; Anbaumethode beachten. Stabtomaten ausgeizen (s. Video)
  • Schnecken: bleibt als eines der wenigen Gemüse von Schnecken verschont!
  • Ernte: sobald die Früchte ausgereift sind.
  • Topfkultur: Gut möglich mit Busch- oder Zwergtomaten. Ideal sind 20 Liter Gefäße, ich habe aber auch schon in 5 Liter Töpfen Tomaten angebaut. mehr

Hilfreiches Video

Bei Stabtomaten müssen die Seitentriebe ausgebrochen werden. "Ausgeitzen" ist der Fachausdruck. Im Video ist zu sehen, wie das funktioniert.


Tomaten im Garten-Alltag

Nicht ohne meine F1 Hybride!

Mein Tomaten Anbau steht ganz im Zeichen der Kraut- und Braunfäule. Dieser Pilz kann die prachtvollste Tomatenfplanze innerhalb von zwei Wochen vernichten. Leider gehört er zu den Krankheiten, die mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit jede Tomate treffen, wenn man keine Vorsorgemaßnahmen trifft. Als wichtigste Maßnahme gilt der Anbau unter einem Dach. Selbst Landbewohner mit großem Garten stellen Tomaten in Töpfen unter einen Dachvorsprung, so werden die Blätter nicht nass, und der Pilz hat keine Existenzgrundlage. Leider habe ich keinen Dachvorsprung! Als einziges Mittel bleibt mir die richtige Sortenwahl: Es gibt einige wenige Sorten, die unempfindlich gegenüber der Kraut- und Braunfäule sind. Gute Erfahrungen habe ich mit den F1 -Hybriden "Philovita" und "Phantasia" gemacht. Beide haben bei mir erst Ende September ernsthaft Braunfäule bekommen, da neigt sich die Erntesaison ja ohnehin dem Ende entgegen. Leider sind die Samen für diese Sorten sehr teuer. Da es sich um F1-Hybriden handelt kann man auch keine eigenen Samen ernten sondern muss jedes Jahr neue kaufen. Aber was tut man nicht alles, um sich den Anblick von faulenden Tomaten zu ersparen! Von den samenfesten Sorten gilt "Tigerella" als robust, bei mir ist sie aber fast so schnell krank geworden wie offiziell weniger robuste Sorten.

"Philovita" und "Phantasia" gehören bei mir zur jährlichen Grundausstattung, dazu baue ich noch Tomaten auf meiner Terrasse in Kisten an. Auch hier kann ich leider kein schützendes Dach anbieten, aber der Platz ist sehr sonnig und windig, so dass die Tomaten nach Regen schnell wieder abtrocknen. Hier probiere ich immer unterschiedliche Busch- oder Zwergtomaten aus, dabei achte ich nur auf den Erntezeitpunkt. Bei frühen Sorten kann bereits Mitte Juni geerntet werden. Busch- oder Zwergtomaten müssen nicht ausgegeizt werden, so dass nicht ständig frische Wunden entstehen. Einige Experten halten sie deshalb für widerstandsfähiger, und auch ich mache in Puncto Braunfäule recht gute Erfahrungen: Sie tritt meist erst Ende August auf, so kann ich bei den frühen Sorten immerhin gut 8 Wochen lang ernten.

Schlechte Erfahrung habe ich leider mit historischen Sorten gemacht, die ich nur einen Sommer lang ausprobiert habe. Sie fielen schon kurz nachdem die ersten Tomaten reif waren der Braunfäule zum Opfer. Geschmacklich haben sie mich auch nicht überzeugt. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass der Geschmack nur zum Teil mit der Sortenwahl zusammenhängt: Natürlich schmeckt eine Cocktailtomate anders als eine Fleischtomate. Ansonsten bestimmt aber hauptsächlich die Sonnenscheindauer den Geschmack. So wird ein und die selbe Sorte in einem verregneten Sommer niemals so süß schmecken wie bei viel Sonnenschein. Anders als oftmals behauptet, finde ich auch meine hochgezüchteten, widerstandsfähigen F1 - Hybriden sehr lecker.

Anbauwert: Der Liebling fast aller Gärtner. Wer einmal in eine am Strauch ausgereifte Tomate gebissen hat, will eigentlich keine langweiligen Supermarktfrüchte mehr essen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Doro (Montag, 05 Juni 2017 14:40)

    Da die untersten Blätter nur langsam abtrocknen, beginnt die Braunfäule dort. Als Gegenmaßnahme soll es helfen, die untersten Blätter früh zu entfernen. Ich probiere es gerade aus, hat jemand schon Erfahrung damit?

  • #2

    Vivian (Mittwoch, 26 Juli 2017 18:17)

    Bin nur Besitzerin eines überdachten Balkons und ausschliesslich samenfester Pflanzen
    - und habe daher (zum Glück ) keine Erfahrungen mit Braunfäule.

    Mit dem Hersteller meiner Sorten habe ich bisher nur gesunde Ergebnisse. Die haben auch Freilandtomaten, Dorenia ist besonders resistent gegen Braunfäule, wäre vielleicht einen Versuch wert...

    Grüsse