Zierkohl pflanzen

Anders als der Name vermuten lässt ist dieser Kohl keine reine Zierpflanze, er schmeckt auch ganz hervorragend! Beernten lässt er sich in einer Jahreszeit, wo der Garten nicht mehr allzu viel hergibt, meist von Oktober bis Dezember/Januar. Sein gutes Aussehen, sowohl im Beet als auch auf dem Salatteller, ist ein weiteres Plus. Alles wäre zu schön, wären da nicht die vielen Schädlinge, die den Zierkohl genauso lieben wie ich.

GANZ WICHTIG! Im Herbst wird überall Zierkohl als Zierpflanze angeboten. Diese Pflanzen eignen sich in der Regel NICHT zum Verzehr, da sie meist mit chemischen Spritzmitteln behandelt wurden! Zierkohl als Gemüsepflanze muss selbst ausgesät werden.

 

Zierkohl Anbau: Säen, Pflegen, Ernten auf einen Blick

Wenn du noch keine Erfahrung im Gemüseanbau hast, sieh dir auch die Seite Zierkohl für Einsteiger an.

  • Familie: Kreutzblütler; Standort jährlich wechseln
  • Standort: sonnig oder halbschattig
  • Nährstoffbedarf: Mittelzehrerehrer
  • Saattiefe: 1bis 2 cm
  • Pflanzzeit: Zierkohl für die Winterernte wird von Juni bis Juli ausgesät. Die Ernte erfolgt etwa von Oktober bis Januar.
  • Pflanzabstand: 40 cm, sowohl in der Reihe als auch zwischen den Reihen.  Wer im Hoch- oder Tiefbeet  gärtnert kann den Zierkohl mit 30 cm Abstand in versetzten Reihen pflanzen.
  • Pflege: normalSchutz vor Kohlweißling  und Kohlfliege ggf. auch vor Tauben erforderlich; gute Bodenpflege erforderlich; Anbaumethode beachten.
  • Schnecken: Jungpflanzen sind sehr beliebt.
  • Ernte: Sobald der Zierkohl etwa so groß ist wie ein Kopfsalat. Wird nur ein Teil der Blätter geerntet, wächst der Zierkohl wieder nach und kann erneut beerntet werden.
  • Topfkultur: sehr gut möglich. mehr

Videoanleitung

Dieses Video (englisch) zeigt den Anbau von Grünkohl, ein enger Verwandter des Zierkohls. Allerdings bleibt Zierkohl deutlich kleiner und braucht deshalb nicht ganz so viele Nährstoffe. Und ganz so einfach, wie die beiden Herren behaupten, ist der Anbau bei mir leider nicht: Ohne Schutz vor Kohlweißling und Taube wäre der Zierkohl bei mir schnell nur noch ein Gerippe.

Gartenvokabeln


Zierkohl im Garten-Alltag

Schmeckt so gut wie er aussieht!

Da der Anbau von Kopf- oder Grünkohl sehr viel Platz beansprucht, verzichte ich auf diese Gemüsearten, obwohl ich Kohl sehr gern mag. Deutlich handlicher ist der Zierkohl: Er wird so groß wie ein kleiner Salatkopf. Außerdem belegt er das Beet im Herbst und im Winter, wenn in meinen Beeten wieder Platz ist. Ich säe erst relativ spät, Mitte Juli. Die Saatschalen bedecke ich mit einem Netz, da der Kohlweißling seine Eier auch an ganz junge Pflänzchen legt. Sechs Wochen später, also Ende August,  könnte der Zierkohl ins Beet umziehen. Da die Beete zu dieser Zeit noch belegt sind, parke ich meinen Zierkohl noch einige Wochen in Töpfen, ca. 9 cm Breite genügen. Die Töpfe stelle ich auf ein Beet, das mit einem Insektenschutz Netz abgedeckt ist, z.B. ins Lauchbeet. Im Laufe des Septembers zieht der Zeirkohl ins Beet - natürlich unter ein Netz. Dabei kontrolliere ich die Blätter noch einmal nach Kohlweißlingseiern. Trotz Schutzmaßnahmen hängen meist Eier an dem ein oder anderen Blatt! Hier im Rheinland ist der Herbst oft mild, so dass der Zierkohl noch kräftig an Blättern zulegt. Ich beginne mit der Ernte einzelner Blätter schon früh, auch wenn die Pflänzchen noch klein sind. So sieht mein Zierkohl auch nie so schön aus wie auf der Samentüte, meine Pflanzen sind ziemlich zerrupft. Ich pflanze ca.10 Zierkohlpflanzen, davon ernte ich im Oktober und November, manchmal sogar bis Dezember ein- bis zwei Portionen Salat in der Woche. Bei kaltem Winterwetter gibt es nur noch einzelne Blätter zwischendurch. Ab Oktober decke ich den Zierkohl mit einem Gartenvlies ab, so verträgt er Temperaturen bis minus 7C°, hält also bei hiesigen Wetter praktisch den ganzen Winter.

Probleme bereiten mir drei Dinge:

  • Der Kohlweißling: Ohne Netz sind die Blätter voller Raupen, richtig unappetilich. Dabei würde ich den Zierkohl wegen seiner Schönheit wirklich gern ohne Netz anbauen!
  • Die Tauben: Seit die Tiere auf den Geschmack gekommen sind, besuchen sie jeden Morgen zum Frühstück mein Kohlbeet! Netz und Gartenvlies leisten aber gute Abwehrdienste.
  • Das Wetter: Hier im Rheinland ist weniger die Kälte das Problem, sondern sommerliches Herbstwetter. Dann beginnt der Zierkohl im Oktober zu blühen und wird ungenießbar.

Gegen die Wärme hilft leider weder Netz noch Vlies. Ein kleiner Trost: Auch wenn der Kohl nicht mehr schmeckt, er sieht immerhin noch gut aus und lässt sich ohne Netz bewundern. Taube und Kohlweißling schmeckt er dann nämlich auch nicht mehr.

Anbauwert: Relativ viel Arbeit. Für mich aber lohnenswert, da ein so schöner, frisch geernteter Salat im Winter einfach unbezahlbar ist.

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