Rettich und Radischen - Aussaat, Anbau und Pflege

Anleitung zum Anbau von Rettich/Radieschen auf kleiner Fläche: Theorie

Schwierigkeit: Radieschen gelten als das Anfänger Gemüse schlechthin. Doch wirklich einfach ist der Anbau nur in Töpfen oder in Beeten, die schon länger bewirtschaftet werden. Frisch umgegrabene Beete erhalten meist nicht genug Humos. Neue Hochbeete haben für Radieschen oft einen viel zu hohen Nährstoffgehalt. In beiden Fällen werden die Radieschen zwar wunderschöne Blätter entwickeln, aber keine Knollen! Der Anbau im zeitigen Frühjahr ist generell deutlich einfacher als der Anbau von Sommersorten. Denn ab Mai erwachen die Schädlinge aus dem Winterschlaf, dann müssen Radieschen aufwändig geschützt werden wie Brokkoli.

Von der Aussaat zur Ernte: Rettiche und Radieschen können ab März direkt ins Beet gesät werden. Rettiche lassen sich gut im Februar im Haus vorziehen. Wer kontinuierlich ernten will, sät alle paar Wochen neu aus. Ab Mai müssen Sommersorten gewählt werden. Radieschen sind ca. sechs Wochen nach der Aussaat erntereif, Frühjahrsrettiche brauchen gut acht Wochen. Hier weitere Details zur Aussaat und über Radieschen allgemein.

  • Familie: Kreutzblütler; Standort jährlich wechseln.
  • Standort: sonnig oder halbschattig.
  • Nährstoffbedarf: Schwachzehrer; wichtiger als der Nährstoffgehalt ist eine lockere Bodenstruktur.
  • Pflanzabstand: 5cm in der Reihe und 15 cm zwischen den Reihen; 5 cm in alle Richtungen im  Hoch- oder Tiefbeet.
  • Saattiefe: 0,5 bis 1 cm
  • Pflege: normal; gute Bodenpflege erforderlich; Anbaumethode beachten.
  • Schnecken: beliebt.
  • Ernte: Radischen ca. 6, Rettich je nach Sorte 8 bis 12 Wochen nach der Aussaat.
  • Topfkultur: Radieschen in jedem min. 15 cm tiefen Gefäß; für Rettiche entsprechend tiefere Gefäße wählen. mehr

 

Anbau von Rettich und Radieschen im eigenen Garten
Radieschen


Rettich und Radieschen im Garten-Alltag

Der Schandfleck in meinem Beet

Ich mag es gar nicht zugeben: Mit Radieschen, dem Anfängergemüse schlechthin, hatte ich in den ersten Jahren große Probleme! Die Radieschen sind zwar wunderbar gewachsen, aber nicht so wie sie sollten. Die Knolle war keine Knolle sondern nur eine Verdickung, dafür gab es reichlich Blätter und oft auch Blüten. Inzwischen kenne ich den Grund: Schuld war der Boden, wie fast immer. Mein Gartenboden ist eher schwer und neigt zu Verdichtungen, das mögen Radieschen gar nicht. Gehackt und gemulcht habe ich in meinem ersten Gemüsejahren fast gar nicht, das haben mir selbst die Radieschen übel genommen.

Radieschen säe ich im zeitigen Frühjahr direkt ins Beet. Zuerst locker ich den Boden gründlich mit der Grabgabel, wenn vorhanden arbeite ich etwas reifen Kompost ein, anschließend ziehe ich zwei cm tiefe Rillen und fülle sie etwa einen cm mit reifem Kompost oder Blumenerde. Darauf kommen die Samen, zum Schluss bedecke ich alles wieder mit Blumenerde. Besonders gut gedeihen Radieschen da, wo vorher Spinat gewachsen ist. Radieschen wachsen bei mir hauptsächlich als Platzhalter für die Möhren. Ansonsten baue ich roten Rettich an. Er schmeckt ganz ähnlich, ist aber deutlich ertragreicher. Den roten Rettich ziehe ich bereits Mitte Februar auf der Fensterbank vor. Er ist so ziemlich das einzige Gemüse, das bei den winterlichen Lichtverhältnissen gut gedeiht. Anfang März kommt er zum Abhärten nach draußen, 10 Tage später geht es ins Beet. Der vorgezogene Rettich ist ab Ende April erntereif. Bei mir beträgt das Erntefenster für Rettiche und Radieschen etwa zwei Wochen. D.h., zwei Wochen, nach dem das erste Radieschen mit ca. 1,5 cm Erntegröße erreicht hat, beginnen die Radieschen pelzig zu werden. Also nie zu viel auf einmal aussäen!

Mit Sommerradieschen stehe ich nach wie vor auf dem Kriegsfuß. Sie sind nicht nur häufig von Maden befallen, die  Knollen sind außerdem sehr hart und scharf, so gar nicht "butterzart", wie auf dem Samentütchen versprochen. Wahrscheinlich gieße ich zu wenig. Allzu groß ist mein Ehrgeiz mit den Sommerradieschen aber auch nicht: Wer will schon Radieschen, wenn die Tomaten reif sind?!

 Anbauwert:
Wer den richtigen Erntezeitpunkt erwischt, erhält Radieschen, die man so würzig und zart nicht kaufen kann. Überall dort, wo roter Rettich wie hier im Rheinland nur vereinzelt angeboten wird, lohnt sich der Anbau besonders.