Artischocken - Anbau und Pflege

Artischocken pflanzen - die Theorie

Schwierigkeit: Unter idealen Bodenverhältnissen gedeihen Artischocken völlig problemlos. Bei weniger idealen Verhältnissen gedeihen sie dagegen überhaupt nicht! Ideal bedeutet, der Boden muss ca. einen halben Meter tief locker und humos sein, gern auch ein bisschen sandig. Auf schweren Böden, die zu Staunässe neigen, verfaulen Artischocken oft in der ersten Regenperiode. Wer keinen idealen Boden bieten kann, baut Artischocken deshalb besser im Topf an.

Vom Auspflanzen bis zur Ernte: Artischocken werden meist im April als Jungpflanzen angeboten. In mildem Klima liefern einige Sorten bereits im Juni/Juli die ersten Köpfe. 

  •  Familie: Korbblütler; mehrjährig; Standort bei Neupflanzung wechseln.
  • Standort: sonnig
  • Nährstoffbedarf: Starkzehrer
  • Pflanzabstand: 60 cm egal welche Anbauform, wenn die Artischocken nur ein Jahr imm Beet bleiben. Sollen die Artischocken über mehrer Jahre im Beet bleiben brauchen sie einen Abstand von 100 cm.
  • Pflege: normal; gute Bodenpflege erforderlich, Anbaumethode beachten
  • Schnecken: beliebt
  • Ernte: Je nach Sorte ab Juli/August. Manche Sorten tragen erst im zweiten Jahr.
  • Topfkultur: Gut möglich in großen Töpfen mit ca. 25 Liter Fassungsvermögen. mehr

Gartenalltag:

Mein Problemkind

Mit Artischocken stehe ich auf dem Kriegsfuß: Sie wollen in meinem Garten einfach nicht gedeihen. Grund dafür sind vermutlich das Licht und der Boden. Mein Gemüsegarten liegt ja nur fünf Stunden am Tag in der Sonne. Artischocken sind Küstenplanzen, also nicht nur an viel, sondern auch intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt. Außerdem sind sie sehr empfindlich was die Wasserversorgung angeht. Artischocken brauchen viel Wasser, fangen aber auf nassen Böden sofort an zu faulen. Mein toniger Gartenboden ist in Regenperioden wohl einfach zu nass. In einem Gartenbuch hieß es dazu: Artischocken auf schweren Böden anbauen ist Zeitverschwendung! Das scheint leider zu stimmen.

Erfolgreich sind aber meine Artischocken im Topf. Der Topf steht auf meinem Balkon fast den ganzen Tag in der Sonne, die Blumenerde bringt alle Voraussetzungen mit, die Artischocken lieben. 

Ich kaufe Jungpflanzen der Sorte "Imperial Star". Diese Sorte bildet zuverlässig im ersten Standjahr Blütenköpfe, bei mir leider nur zwei bis drei Stück. Theoretisch ist die Artischocke mehrjährig, bildet ab dem zweiten Standjahr wohl noch mehr Köpfe aus. Allerdings habe ich es noch nie geschafft, Artischocken über den Winter zu halten, denn sie sind nur bis -5° frostfest. Theoretisch klappt die Überwinterung so:

  • alle Blätter bis auf das Herz abschneiden
  • den Wurzelbereich mit einer dicken Mulchschicht aus Zweigen und Blättern abdecken
  • im Garten einen durchsichtigen Eimer über die Artischocke stülpen, da sie im Winter bei zu viel Nässe sofort zu faulen beginnt
  • Artischocken im Topf an einen vor Regen geschützten Ort stellen

Bei den milden Wintertemperaturen hier im Rheinland treibt die Artischocke oft unbemerkt im Winter neue Blätter aus. Bei erneutem Wintereinbruch erfrieren die Blätter und mit ihnen der ganze Wurzelstock.

Anbauwert: Geschmacklich kein Unterschied zu gekauften Artischocken. Ich baue sie an, weil sie toll aussehen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0